
Hyperthermie als Ergänzung der Strahlen- und Chemotherapie
Bei der Hyperthermie wird das Tumorgewebe von aussen lokal oder regional auf Temperaturen von bis zu 42,5 Grad Celsius kontrolliert erwärmt. Diese Temperatur wird im Tumor zwischen 60 und 90 Minuten aufrechterhalten. Da die simple Gefäßversorgung des Tumors nicht im selben Maße zur Autoregulation fähig ist wie die Gefäße eines gesunden Organes, und deshalb die Hitze auch nicht ebenso effektiv abgeleitet werden kann, kommt es im erkrankten Gebiet zu einer Überwarmung.
Durch diese Temperaturerhöhung werden Tumorzellen einerseits direkt geschädigt, andererseits kommt es zu vermehrter Durchblutung des umliegenden gesunden Gewebes, während der Tumor selbst vermindert durchblutet wird. Das führt zu einer verminderten Versorgung der Tumorzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen bei gleichzeitig erhöhtem Bedarf, sowie zu einer Ansammlung saurer Stoffwechselprodukte, die nicht abgeführt werden können und die Tumorzelle schädigen. Darüber hinaus kommt es durch aufmodullierte Niederfrequenzwellen moderner Hyperthermiegeräte zur Schädigung der Tumorzellmembran. Alle bekannten Aspekte der Wirkungsweise zu erläutern ist an dieser Stelle natürlich nicht möglich.
Zusammenfassend wird durch die Hyperthermie ein für den Tumor lebensfeindliches Millieu geschaffen in welchem er angreifbarer für die Mechanismen der internistischen Onkologie (Chemotherapie) und der Strahlentherapie wird.
Während der Anwendung befindet sich der Patient mit der Tumorregion im elektrischen Feld zweier Applikatoren. Der untere ist in der Liege integriert, der obere wird manuell aufgebracht (rechtes Bild). Computergesteuert werden nun modulierte Kurzwellen (13,56 Mhz) abgegeben und im Bereich des Tumors gebündelt. Daraus resultiert eine gezielte Erwärmung der Region. Gesundes umliegendes Gewebe verfügt im Gegensatz zum Tumorgewebe über eine funtionierende Autoregulation seiner Gefässe und kann die überschüssige, Wärmeenergie darüber abführen.